Warum sollte ich eine Fremdsprache erlernen?

Dies ist in der Tat eine gute Frage. Warum also?! Es gibt zahlreiche Gründe, eine Fremdsprache zu erlernen. Der Wichtigste zuerst: Geld. Dies klingt natürlich sehr materialistisch, ist aber Realität. Wer eine oder mehrere Fremdsprachen spricht, verdient auch mehr. Amerikanische Studien zeigen, dass das Beherrschen einer Fremdsprache das Gehalt um rund 2% erhöht[1]. Nun sagst du dir vielleicht: Sicher, in den USA lernen die Leute andere Sprachen und nicht Englisch. Das ist natürlich korrekt. Allerdings können wir aus solchen Studien auch ableiten, dass in welchem Land auch immer man ist und welche Sprache auch immer man spricht, die Kenntnis von Fremdsprachen ist sehr hilfreich.

Nachdem unsere Gesellschaft auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage basiert, ist man als Kenner einer Fremdsprache natürlich gefragter, wenn die Anzahl der anderen Kenner gering ist. Dies steigert den eigenen Lohn stärker (1). Das Beherrschen der englischen Sprache hebt einen noch nicht in diese Gruppe, weil Englisch so weit verbreitet ist und von nahezu jedem irgendwie gesprochen wird. Dennoch erhöht die Fähigkeit der englischen Sprache das Gehalt um (mindestens) 2%, was besser ist als nichts. Was bringt dir also ein Gehaltsbonus von 2%? Zusätzlich setzen viele Dienstgeber voraus, dass der Arbeitnehmer fließend oder zumindest gut Englisch sprechen kann. Daher erhöht die Kenntnis von Englisch nicht nur das Gehalt, sondern auch das Arbeitsangebot.

Was ist der zweite Grund? Nach Geld kommt natürlich – Gesundheit. Natürlich hätte ich diesen Grund als ersten und wichtigsten Grund geben können. Die Gesundheit sollte einen höheren Stellenwert haben als Geld, aber schon der Dalai Lama sagte auf die Frage, was ihn am Menschen am meisten überrascht, „Eindeutig der Mensch, weil er seine Gesundheit opfert, um Geld zu verdienen und danach sein Geld wieder ausgibt, um seine Gesundheit zu fördern…“ Dieser Buchausschnitt bringt noch weitere Punkte, aber ich belasse es hier bei der menschlichen Priorität: Geld vor Gesundheit. Also, zurück zur Gesundheit. Aktuelle Forschung zeigt, dass Zweisprachigkeit das Risiko von Alzheimer verringert[2]. Zugegeben, man wird nicht automatisch zweisprachig, wenn man eine zweite Sprache erlernt, dennoch trainiert Zweisprachigkeit die Wahrnehmungsfähigkeit und beugt neuropathologischen Problemen vor[3]. Schlicht gesprochen bedeutet dies, dass das Gehirn durch höhere Lernleistung auch leistungsfähiger und weniger krankheitsanfällig wird. Anstatt von Kreuzworträtseln oder Sudoku kann man also auch Englisch lernen! Gesundheit ist also auch ein guter Grund, wie ich finde. Zahllose interessante Studien aus diesem Bereich geben weitere gute Denkanstöße, sein Gehirn mit dem Erlernen einer Fremdsprache zu trainieren.

Zu guter Letzt: Lerne Englisch, um die Welt zu bereisen und mit fremden Menschen kommunizieren zu können. Englisch ist in den letzten Jahrzehnten zur Lingua Franca geworden und ermöglicht daher den Austausch mit Menschen auf der ganzen Welt. Wie anders sollte man sich z.B. mit einem Russen, einer Belgierin und einem Dänen zur gleichen Zeit unterhalten können?! Entweder, man behilft sich mit einer unbeholfenen Zeichensprache und etwas Alkohol  – oder man spricht eben Englisch. Einmal gelernt, ist man in der Lage überall auf der Welt auszugehen (und es ist wunderbar, sein Lieblingsgetränk überall bestellen zu können), zu studieren, Freunde zu finden oder einfach nur seine Lieblingsschauspieler in ihrer originalen Stimme zu hören. Vertrau mir, sie klingen nicht alle männlich. Wenn man heutzutage Englisch sprechen kann, kann man kreuz und quer durch die Welt fahren, im Flugzeug die Originalversion des Films verstehen und nette Menschen kennenlernen. Also zögere nicht und starte noch heute!


[1]Saiz, A. Zoido, E. (2002) Working paper Nº. 02-16 The Returns to Speaking a Second Language. Federal Reserve Bank Of Philadelphia

[2] Craik, F.I.M; Bialystok, E; Freedman, M. Delaying the onset of Alzheimer disease. Bilingualism as a form of cognitive reserve. Neurology November 9, 2010 vol. 75 no. 19 1726-1729

[3] Bialystok, E; Craik, F.I.M; Luk, G. Bilingualism: consequences for mind and brain. Trends in Cognitive Sciences, Volume 16, Issue 4, 240-250, 30 March 2012.

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